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Flugberichte von Joshua

Autor: Joshua Arntz

Anfang März ging es endlich mit der Flugsaison los. Wir brachen am 08.03.15 zu unserem ersten Trainigslager nach Puimoisson auf.

Insgesamt konnte ich in den 5 Wochen 140 Stunden in der Luft verbringen und meine größte Strecke von 950km fliegen und insgesamt über 9800 Streckenkilometer sammeln.

 

 

Hier nun einige Flugberichte aus der Zeit 

12.03.2015:

Ich war wieder mit der Hornet unterwegs und es sollte thermisch ganz gut werden. Nach dem F-Schlepp ging es am Haushang mit etwa 2m/s gleich auf über 2000m. Wir flogen alle Uli, der im Arcus saß, hinterher und es ging vom Haushang (Serres) über den Beynes zur Coupe. Diese ging richtig gut, sodass wir uns mit 3m/s auf etwa 2200m machen konnten und dann problemlos zum Cheval Blanc, einem noch schneebedeckter Berg, flogen der uns im Hangaufwind auf 2300m trug. Wir flogen dann die hohe Version des Parcours weiter (Der Parcour besteht aus mehreren mehr oder weniger aneinandergereihten Bergen, die thermisch oder dynamisch ganz gut gehen). Dicht an den weißen Hängen ging es immer weiter und so kamen wir ganz gut an den höchsten Hängen des Parcours, den 3 Eveches, welche bis 2900m hoch sind, an. Von dort ging es gut weiter zur Dormillouse. Diese ist schon fast das Ende des Parcours und man kommt so zum Lac des Serres Poncon. Über diesen See glitten wir rüber zum Guillaume (2500m). Dieser liegt am Rande der Ecrins, ein Teil der Alpen, der über 4000m hoch ist. Da dies aber der erste richtige Flug im Gebirge war, drehten wir wieder um und flogen den Parcour zurück. Tief an den Hängen schossen wir dann schnell zurück zur Serres (dem Haushang von Pui). Von da aus wollten wir Richtung Vinon ins Flachland fliegen, da aber die ersten Wolken nicht zogen musste ich mit der Hornet abbrechen und war erstmal wieder tief am Flugplatz in Pui angekommen. Mit etwas Glück konnte ich mich langsam wieder ausgraben und wartete dann an der Serres bis die anderen wieder da waren. Dann ging es den Parcours noch einmal rauf und ich flog dann alleine mit Robin in seinem Discus 2a zurück. So glitten wir von der Dormuillouse ziemlich direkt zur Coupe. Diese trug immer noch, sodass ich ohne Probleme zurück zur Serres kam. Dort flog ich dann dicht am Hang, bis Sonnenuntergang, hin und her.

13.03.2015:

Diesmal ging es thermisch nur schwach und blasig, sodass wir Schwierigkeiten hatten uns überhaupt richtig hoch zu machen. Da sich Cumulanten in Richtung Vinon bildeten, flogen wir ins Flachland hinaus. Da ich das Steigen aber nicht richtig traf, ging es nur langsam nach Vinon. Dort drehte ich um und es ging zurück Richtung Pui. Doch vor dem Platz hörten die Cumulanten auf und wir glitten zurück ohne auf richtiges Steigen zu treffen. Kurz vor dem Platz konnten wir uns mühsam wieder hochmachen und gingen an die Serres die oben auch nur schwach trug. Der Arcus und der Discus 2ct flogen schon den Parcours entlang und ich flog mit Markus, der im Jantar saß zum Beynes. Dort kamen wir aber nicht über Hanghöhe und konnten so nicht zur Coupe springen. Dort hingen wir dann eine gefühlte Ewigkeit und erst als wieder etwas Sonne durch die Abschirmung drang ging es thermisch wieder auf über 2000m. Die Coupe ging dann gut und in einer Ablösung ging es mit über 3m/s auf 2300m. Nun flogen wir zum Cheval Blanc, wobei der Hang nur schwach trug und wir uns langsam auf Gipfelhöhe achtern konnten. Dicht am Relief glitten wir  bis zum 1. Carton, ein Berg der quer zu den Bergen des Parcours steht. Dort drehten wir wieder um zurück zum Cheval Blanc und flogen zurück zur Coupe. Zwischen Coupe und Beynes hatten sich Wolken gebildet, an denen ich mit schwachem steigen etwas Höhe gewann. Das Steigen war immer an der gleichen Stelle, ich hatte also eine kleine Welle gefunden. Ich hatte die Hoffnung, beim vorfliegen zum Cousson auf stärkeres Steigen zu treffen, was jedoch nicht der Fall war. Erst vor dem Cousson fand ich wieder eine Welle in der ich mich gerade so halten konnte. Inzwischen waren bis auf den Arcus auch alle wieder in Pui abgesoffen und ich hielt mich solange es nur ging. Doch irgendwann musste ich aufgrund meiner Höhe auch zurück nach Pui fliegen, sodass ich es diesmal nicht ganz schaffte bis Sonnenuntergang zu fliegen.

18.03.2015:

Nach tagelangem Regen war morgens endlich blauer Himmel. Schon beim Briefing standen die ersten Quellungen und als wir alle in der Luft waren, sah es schon richtig gut aus. Ich war mit der Hornet im Teamflug mit Robin und Uli, die im Arcus flogen, unterwegs. Wir gingen diesmal auf Ostkurs. Anfangs war ich etwas angespannt, da man keine Landefelder sieht, aber diese in nachfolgenden Tälern so tief liegen, dass man diese problemlos erreichen kann. Mit schon recht hoher Basis und guten Steigwerten ging es immer weiter und wir kamen an ein Hochplateau bei dem man wegen des Luftraumes nicht weit über die Hangkante durfte und wir deshalb recht tief über Grund waren. An den letzten Landewiesen nach Osten flogen wir vorbei und drehten bald darauf wieder um. Wieder an den Felder angekommen  waren wir schon recht tief. Da an den Hängen noch Schnee lag und der Boden sehr nass war, ging die Thermik auch nicht richtig raus. Nach einigen Minuten, in denen wir immerhin die Höhe halten konnten, ging es langsam wieder hoch. Dann flogen wir ein Stück zurück Richtung Westen und konnten uns außerhalb des niedrigen Luftraumes richtig hochmachen und flogen bei der mittlerweile fast 2700m hohen Basis nach Norden. Das Gebiet dort ist komplett un-landbar, doch mit vorsichtigem vorfliegen und der großen Höhe, waren weiter entfernte Felder noch zu erreichten. Wir trafen eine ganz gute Aufreihung und konnten über einen Pass ins das Verdun-Tal fliegen. Die Basis war nun auf über 3000m gestiegen, sodass wir das Tal problemlos hochfliegen und in das Barcelonette Tal springen konnten. An einem pyramidenförmigen Berg, der für gutes Steigen bekannt ist, stiegen wir auf über 3500m und flogen weiter nach Norden. An St. Crepin vorbei ging es über Briancon nach Bardoneccia(Italien). Von dort ging es zurück. Jedoch flogen wir nun an über einen Pass in den Ecrins, um so uns den großen Umweg über St. Crepin, nach Westen zu sparen. Knapp kam ich dann über den Pass und wir konnten dann über ein flaches Stück an einer Wolkenstrasse zum Pic de Bure gleiten. Ein paar Kilometer weiter habe ich mich vom Arcus  getrennt, da der noch weiter nach Westen wollte. Ich habe, da es nun schon langsam spät wurde Richtung Pui zurück gedreht und es sah auch nicht mehr gut aus. Den ersten und einzigen guten Aufwind habe ich erst bei La Motte gefunden, und musste von dort bis nach Pui ohne noch viel zu Steigen gleiten. Die Hänge an denen ich lang flog trugen nicht und erst einige Kilometer vor dem Platz hatte ich leichtes Steigen gefunden. Damit war der Heimflug gesichert. An der Serres (Haushang) flog ich dann  noch bis Sonnenuntergang im leichten Hangaufwind.

Der Arcus musste letztlich in Sisteron landen, da der Motor nicht anging.

19.03.2015:

Diesmal kamen wir früher in die Luft und da die Luftmasse die gleiche wie am Vortag war, flogen wir wieder erst nach Osten. An sich lief der Flugweg sehr ähnlich wie davor nach Norden, nur dass die Basis ab dem Barcelonette Tal auf über 3700m stieg und wir danach noch weiter östlich flogen, sodass wir mitten über den hohen, schneebedeckten Bergen östlich von St. Crepin flogen. Wieder kurz vor Bardoneccia wendeten wir und flogen diesmal über einen hohen Pass in den Ecrins, und flogen dann die Westseite der Ecrins zurück zum Parcour. Dieser trug aber fast gar nicht, sodass es zum Ende nochmal spannend werden sollte. Doch letztendlich fand ich nochmal einen Aufwind und konnte so ohne Probleme an die Coupe gleiten um von dort zu Serres zu kommen. Dort angekommen flog ich noch ein Stück weiter nach Süden zum Canyon um die Strecke noch ein wenig zu verlängern. Dann ging es zurück zum Platz.

23.03.2015

Ein Teil der Nationalmannschaft ist inzwischen auch in Pui angekommen und nach den Tagen im schlechten Wetter, war der blaue Himmel am morgen wieder etwas besonderes. Wir haben recht früh aufgebaut um ganz vorne zu stehen. Es war viel Feuchte angekündigt und die Wolken waren auch schon am Vormittag breitgelaufen. Ich flog mit der Hornet alleine nach Osten um dann über den 2. Parcours nach Norden fliegen zu können, so war jedenfalls die Planung. Jedoch war der Weg nach Norden so abgeschirmt, dass ich mich mit der Hornet nicht traute da rein zu fliegen. Also wollte ich dann über den normalen Parcour ein Stück weiter westlich fliegen. Dort lagen aber die Wolken teilweise schon auf und es war auch kaum Sonne in den Hängen. Deshalb flog ich dann noch weiter westlich über kleinere Berge Richtung Norden. Das Durance Tal selbst war wolkenlos. Doch auf der anderen Seite sah es wieder ganz gut aus, sodass ich über das weite Tal glitt und so Anschluss an die Cumulanten fand. ich flog dann bis auf Höhe Serres und flog dann nach Süden. Nachdem der Sprung über den Lure geschafft war, flog ich noch weiter nach Süden. Jedoch waren die Plateaus Richtung Pui komplett dicht und der Endanflug würde mit der Hornet auch knapp werden. Ich machte mich nochmal so hoch wie möglich und glitt mit +100m auf Pui los. Mitten unter der Abschirmung stolperte ich glücklicherweise nochmal in 1,5m/s und konnte so noch entspannt das Dreieck schließen.

24.03.2015:

Da die Vorhersage schlecht aussah, stand morgens kein Flieger am Start. Aber ich hatte den Arcus T hingeschoben, da der Blick aus dem Fenster ganz gut aussah. Beim Briefing wurde klar, dass es ab 13 Uhr regnen soll. Deshalb also waren alle so unmotiviert. Aber egal ich wollte fliegen. Wir hatten recht starken Südwind und ich wollte, wenn es thermisch nicht gehen sollte mit dem Motor zum Lure “ratteln” und dort im Hangwind fliegen. Uli hat sich dann den Arcus M genommen. Wir sind diesmal auf der Mistral Bahn gestartet und mit einem spannenden F-Schlepp  knapp über die Hangkante, ging es bis auf 1100m. Dort fanden wir sofort den Anschluss mit 2,5m/s. Da war klar, dass es sich auf jedenfall gelohnt hat zu starten. Uli war schon nach Westen unterwegs, da er vor uns gestartet war und auch ich flog im Arcus fast ohne Kreisen 60km nach Westen zum Liberon. Ich flog dann die Wolkenstraße zurück und dann ging es Richtung Lure. Doch die Wolken die so gut entwickelt aussahen, zogen alle nicht. Erst am Fuße des Lure, unter einem unscheinbaren Wolkenfetzen, fanden wir wieder gutes Steigen. Über den Lure ging es dann wieder auf Höhe Serres und dann die verbliebenden Wolken entlang, jetzt zusammen mit Uli, nach Süden. Wir mussten, da die Wolken inzwischen breitgelaufen waren, noch ein Stück nach Osten. Etwas weiter südlich stand schon ein Schauer. Wir fanden natürlich kein Steigen und mussten als letzte  Rettung ins Lee des Lure an eine Wolke fliegen. Nach etwas verlagern kamen wir dann auch hoch und konnten knapp zwischen einer Wolkenbank und dem Lure hindurchschlüpfen. Danach schossen wir an der abfallenden Basis entlang, immer schneller den Lure herunter. Dahinter gab es wieder Quellungen, die trotz der Abschirmung gingen. Wir wussten, das wir mit der Höhe nicht nach Pui zurück kommen, ohne den Motor zu ziehen. Also flogen wir in dem inzwischen recht starken Südostwind nochmal zum Liberon, der nun auch im Hangwind ging. Wir wollten dann soweit wie möglich zurück gleiten und dann mit dem Motor zurückfliegen. Doch am Assetal gibt es noch eine kleine Kante zum Durance Tal und wir hatten Glück und diese kleine Kante hat eine Welle ausgelöst, mit der wir auf Flugfläche 75 steigen konnten und so zurück zum Platz kamen.

 

Da ich die letzten 3 Wochen in Frankreich quasi jeden Tag geflogen bin, hatte ich leider wenig Zeit zum schreiben. Los ging es mit mehreren Tagen Wellenflug. Das bedeutete für uns bei Sonnenaufgang zu starten und bei Sonnenuntergang zu landen. Das ist dann an mehreren Tagen hintereinander sehr anstrengend.

Mein absolutes Highlight war der 950km Flug im Arcus M am 28.03.2015:

Kurz nachdem die ersten Sonnenstrahlen über der Serrres auf uns trafen, startete ich mit Uli im Arcus M. So ein Eigenstarter ist da ziemlich entspannt, da wir auf keinen F-Schlepper angewiesen waren. Wir flogen ins Assetal und stellten den Motor ab. Doch wir fanden keine Welle und glitten nach Westen in das Durance Tal – gleich wieder mit laufendem Motor. bei Manosque im Durance Tal fanden wir eine schwache Welle und arbeiteten uns langsam weiter nach Westen in das Lee des Liberon dort konnten wir auf 3400m steigen und dann nach Norden gegen den Wind zum Lure fliegen. Zum Glück hatten wir auf halbem Weg noch Steigen gefunden, sodass der Einstieg in die Lure-Welle problemlos klappte. Nicht problemlos war der Teil danach. Die Welle am Chabre ging nicht und wir mussten an den Hang von Serres fliegen. Wir hofften von dort, beim Vorfliegen, in die Welle vom Hang bei Aspres zu fallen. Doch wir fanden nur ruppiges Steigen, worin wir auch nicht richtig hochkamen. Für den Pic de Bure waren wir zu tief also flogen wir weiter nach Norden um dort unser Glück zu versuchen. Doch auch einige Versuche im Rotor dort brachten uns nicht weiter. Also ließen wir uns mit Rückenwind zurückfallen. Doch der Hang an dem wir ankamen trug nicht, obwohl oben sogar ein Windsack zeigte, dass der Wind voll draufsteht. So bekamen wir einen recht langen Hals nach Serres. Der Berg direkt am Flugplatz rettete uns mit etwas Steigen und wir waren dort wo wir eine Stunde vorher auch schon waren. Etwas ratlos was wir jetzt probieren sollen, entschieden wir uns den Aspres Hang nochmal zu probieren. Und siehe da es ging diesmal auf über 3000m. Damit konnten wir in die Welle vom Pic de Bure gleiten und auf knapp 6000m steigen. Es ging dann über die Ecrins ins Susatal und sogar bis fast an den Gran Paradiso ran. Dort wendeten wir, da der vor uns liegende Luftraum soweit abgesenkt war, dass es weiter sehr schwierig geworden wäre. Zurück kannten wir jetzt die tragenden Linien und es ging mit Rückenwind  schnell bis hinter Pui. Von dort konnten wir zum Lure fliegen und mit den mittlerweile aktivierten Wellenflugsektoren auf über 5000m steigen. Um unser Dreieck möglichst groß zu machen flogen wir Richtung Aubenasson im Nordwesten. Hier war allerdings sehr viel Feuchte und wir mussten uns mit schwachem Steigen hocharbeiten. Deshalb drehten wir auch wieder Richtung Pic de Bure. Wir konnten in der Welle bei Aspres wieder auf die nötige Höhe steigen und es ging über den Pic de Bure in die Ecrins. Danach nochmals ins Susatal und von dort zurück über die Ecrins zum Lure. Um die Kilometerzahl noch etwas zu erhöhen flogen wir zum Liberon und erst von dort zurück zum Platz. Mit den 6 Schenkeln im OLC hatten wir so 950km geflogen, rechnet man den Heimweg vom Liberon mit ein wären es sogar über 1000km gewesen. Kurz vor Sonnenuntergang landeten wir dann wieder in Pui. Was für ein Flug!

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